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Artikel zu den Themen:

  • Neue Wege für neue Männer
  • Kinderbetreuung
  • Wiedereinstieg und der Arbeitsplatz

Aus dem Familienreport 2010 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

Väter wünschen sich mehr Zeit für die Familie

Mehr Zeit für die Familie: viele Väter werden aktiv, um diesen Wunsch zu verwirklichen. Der Familienreport 2010 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zeigt aber auch einen Rückgriff auf das Bewährte – vermutlich aufgrund der Wirtschaftskrise.

Das klassische Modell mit dem Vater als Alleinverdiener ist in deutschen Familien auf dem Rückzug, wie der Familienreport 2010 zeigt. Die Zahl der Väter, die mehr als 60 Prozent des Familieneinkommens erwirtschaften, sank im Osten von 1991 bis 2006 von 44,8 auf 40,7 Prozent, im Westen von 69,2 auf 61,1 Prozent. In 44,5 Prozent (Ost) und 27,9 Prozent (West) der Familien tragen Väter und Mütter etwa gleich viel zum Haushaltseinkommen bei.

Eine daraus abzuleitende zunehmende Gleichberechtigung in den Partnerschaften spiegelt sich jedoch nicht in allen Bereichen wieder: Anforderungen an räumliche Mobilität im Beruf – etwa durch lange Wegzeiten zum Arbeitsplatz oder Dienstreisen – haben bei Frauen zum Beispiel einen großen Einfluss darauf, ob sie Mütter werden oder nicht. „Für Männer mit Partnerin ist Elternschaft und Mobilität besser vereinbar“, heißt es im Familienreport.

Jeder vierte Vater beklagt jedoch, dass er nicht genügend Zeit für die Familie hat. Hohe Mobilität ist ein Grund dafür: 14 Prozent der Väter führen den Zeitmangel in der Familie darauf zurück, dass sie beruflich viel unterwegs sind und acht Prozent, weil die Wege zur Arbeit lang sind. 36 Prozent geben berufliche Belastungen an, 16 Prozent nennen ungünstige Arbeitszeiten als Hauptgrund.

Gleichzeitig hielten 2009 im Vergleich zum Vorjahr 2008 mehr Väter mit Kindern unter 18 längere Arbeitszeiten für angemessen. 58 Prozent von ihnen votieren 2009 für Arbeitszeiten zwischen 36 und 40 Stunden pro Woche. 2008 waren das nur 43 Prozent. 30 bis 35 Stunden als Wunscharbeitszeit gaben 2009 nur noch 17 Prozent an, 2008 waren es 26. Bei den Müttern stieg umgekehrt der Wunsch nach „klassischen“ Teilzeitstellen unter 20 Stunden. „Es scheint, als würde in Zeiten der Krise auf das Bekannte und Bewährte gesetzt“, heißt es dazu im Familienreport.

Trotzdem: Eltern nehmen sich heute mehr Zeit für ihre Kinder, als das früher der Fall war. 3,9 Stunden verbringt ein deutscher Vater pro Woche durchschnittlich mit seinem Kind oder seinen Kindern. Damit liegt er im europäischen Mittelfeld. Spielen, spazieren gehen, lernen und Sport treiben: das machen Väter besonders oft mit ihrem Nachwuchs.

Die steigende Zahl der Väter, die Elterngeld in Anspruch und sich damit mehr Zeit für die Familie nehmen, habe die Personalpolitik der Unternehmen nachhaltig verändert, so der Familienreport: „Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen realisieren, dass auch Männer mit Betreuungspflichten betraut sind und Zeit für ihre Familie brauchen. Diese Dynamik trägt dazu bei, die noch immer stark verankerte Mentalität der 'Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit' und Anwesenheitskultur in der Arbeitswelt langsam, aber nachhaltig aufzubrechen."

Weiterführende Informationen:

Ministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend: Download des Familienreport 2010

Ministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend: Bericht zum Familienreport 2010

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