NavigationUndService

Logo des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Logo der Bundesagentur für Arbeit


Inhalt

Artikel zu den Themen:

  • Jobsuche
  • Kondition und Durchhaltevermögen
  • Zeitpunkt

Rückkehr in den Job ist nicht immer einfach

"Ich habe mich durchgebissen"

Patricia P. (49) hat vor sieben Jahren den Weg zurück in den Beruf gefunden. Es war ein steiniger Weg, den sie allein gehen musste, denn sie konnte nicht auf familiäre Hilfe zählen – im Gegenteil: Nach der Scheidung von ihrem Mann musste sie rasch eine Stelle finden.

Klassische Vita

Die examinierte Krankenschwester aus Berlin hat einen Lebenslauf, der klassisch für ihre Generation ist: Nach dem ersten Kind arbeitete sie noch halbtags in dem Beruf, den sie gerne ausübte und in dem sie zuvor in leitender Stellung tätig war. Doch mit dem Kind waren die Schichtarbeitszeiten ungünstig. "Hinzu kam damals außerdem, dass ich mit Steuerklasse sechs extrem wenig verdiente", erinnert sich die dynamische Berlinerin. "Und als Beschäftigungstherapie habe ich meine Arbeit auch nicht verstanden." Als im Abstand von sechs Jahren ihr zweiter Sohn zur Welt kam, blieb sie zu Hause und verlor auch den Kontakt mit dem ehemaligen Arbeitgeber. "Rückblickend eine Katastrophe", sagt sie. "Ich war im öffentlichen Dienst. Mit dem Wissen von heute hätte ich wenigstens den kleinen Zeh drinnen gelassen." Als ihr zweiter Sohn drei Jahre alt war, "kribbelte es wieder", wie sie es formuliert – sie wollte wieder arbeiten. Das hat Patricia P. dann auch tageweise in einer Geschenkboutique getan. "Aber natürlich war das nicht genug, ich wollte ja auch Verantwortung übernehmen. Damals habe ich überlegt, ob ich mich selbstständig machen sollte, aber ich habe mich auch nie ernsthaft an ein Business-Konzept gesetzt", erzählt sie.

Gleich die erste Bewerbung ein Erfolg

Dazu gezwungen, die Jobsuche ernsthaft anzugehen, wurde sie, als sie und ihr Mann sich trennten. "Ich schrieb meine erste Bewerbung", berichtet sie. Patricia P. hatte Glück, wurde zum Bewerbungsgespräch eingeladen und hätte die Stelle antreten können. "Das war in der Charité und ein toller Job. Aber es handelete sich um eine Vollzeitstelle – und das wollte ich meinen Söhnen, die damals 15 und neun Jahre alt waren, nicht zumuten", berichtet die 49-Jährige. "Die Kinder hatten ja auch die Trennung ihrer Eltern zu verkraften, da konnte ich doch nicht direkt wieder mit voller Stundenzahl arbeiten."
In Eigeninitiative durchforstete Patricia P. erneut die Stellenanzeigen. Durch Zufall erfuhr sie schließlich, dass sich eine Arztpraxis in der Nachbarschaft vergrößerte. Dort war man froh über die Fachkraft im Team und Patricia P. fing mit 18 Stunden an zu arbeiten.

Gestandene Frau als Auszubildende

Eine gestandene Frau, die quasi wie eine Berufsanfängerin loslegen musste. "Jeder Azubi konnte mehr als ich", erinnert sie sich. "Ich bin miserabel eingearbeitet worden. Wie sollen denn auch junge Leute, die selbst in Ausbildung sind, die Kompetenz her haben, jemanden anzuleiten? Mitten im größten Praxisstress musste ich immer wieder nachfragen und nervte natürlich auch die Kolleginnen. Da ich anfangs auch nur so wenige Stunden dort arbeitete, beschlich mich immer wieder das Gefühl, ich fange von vorne an. Ich hatte doch damals keine Ahnung von der Arbeit mit dem Computer – und ich kam in eine papierlose Praxis."
Patricia P. sagt im Rückblick, sie sei oft mut- und ratlos gewesen in dieser Zeit. "Aber ich habe mich durchgebissen, ich war ja froh, dass ich die Arbeit hatte." Und da sie stetig ihre Stundenzahl erhöht hat, fühlte sie sich rasch sicherer und kompetenter und konnte mehr Verantwortung übernehmen. "Wenn es gut läuft und man sich mit dem Beruf identifiziert, wird ja auch das Selbstbewusstsein gestärkt", hat sie beobachtet. Inzwischen ist die 49-Jährige in eine andere Praxis gewechselt und hat dort das Praxis-Management übernommen. Und damit sieht die Berlinerin nicht das Ende ihrer Karriere erreicht. Auf eigene Kosten finanziert sie zurzeit eine Qualifikation zur "Study Nurse", um sich beruflich weiterzuentwickeln.

Hat Ihnen dieser Artikel geholfen? Senden Sie unserer Redaktion ein Feedback!

Weiterführende Informationen

  • Infotext: Der Arbeitsmarkt – differenziert betrachtet

    Fast 13 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen im ersten Quartal 2011, eine Steigerung um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und eine Beschäftigungsquote von 48,5 Prozent. Nur drei Zahlen aus der Analyse des Arbeitsmarktes für Frauen und Männer. Der Report der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht umfassende Daten. Eine Analyse der Beschäftigung mit Bezug auf Strukturmerkmale gehört ebenso dazu wie die Betrachtung der Arbeitslosigkeit – und vor allem: eine nach Geschlechtern differenzierte Untersuchung. Und so zeigt der nächste Blick auf den Arbeitsmarkt für Männer über 15 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte für das erste Quartal 2011, eine Steigerung um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal sowie eine Beschäftigungsquote von 55,2 Prozent.

  • Infotext: Frauen verdienen weniger, sind aber unabhängiger von der Konjunktur

    Eine neue Broschüre der Bundesagentur für Arbeit (BA) beleuchtet die Arbeitsmarktsituation von Frauen und Männern im Jahr 2010. Große Unterschiede gibt es vor allem bei Gehalt und Teilzeitbeschäftigung. Die Bundesagentur für Arbeit zieht außerdem einen Vergleich zu anderen europäischen Ländern.

  • Infotext: Auf der Suche nach der Nische

    Sich selbst klar machen, was man will. Dann gezielt überlegen, welche Firma in Frage kommt und dabei durchaus auch auf private Netzwerke setzen – so könnte der Weg zurück in den Beruf aussehen. Wer ihn nicht alleine gehen will, bekommt Hilfe.

  • Checkliste: Wege zum Beruf

    Bevor Sie sich an die Jobsuche machen, aktualisieren Sie zunächst Ihre Unterlagen – und sortieren Ihren Kopf. Unsere Checklisten helfen dabei, sich noch einmal die wichtigsten Schritte in Erinnerung zu rufen:

  • Linkliste: Informationen im Netz zur Jobsuche

    Wenn Sie auf Jobsuche sind, ist die Bundesagentur für Arbeit auch im Netz Ihr erster Ansprechpartner.

  • Buch- und Broschürentipps: Motivation in Hülle und Fülle

    Mehr zum Thema Jobsuche bieten diese Bücher:

  • Infotext: Training wird bezuschusst

    Die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) in allen Agenturen für Arbeit bieten Interessierten ein umfangreiches Informationsangebot für eine Rückkehr in den Beruf an. In diesen Informationsveranstaltungen wird neben vielen anderen interessanten Inhalten die Möglichkeit vorgestellt, an Bewerbungstrainings teilzunehmen, die von der Agentur für Arbeit bezahlt werden.

  • Infotext: Klick für Klick zum Traumjob

    Der Weg zum Traumberuf ist eine höchst individuelle Sache. Mal klappt etwas durch Zufall, doch meist ist strategisches Herangehen wichtig. Diese Tipps helfen bei der Internet-Recherche



© 2009 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend