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Artikel zu den Themen:

  • Wiedereinstieg und der Arbeitsplatz
  • Kinderbetreuung
  • Wirtschaft

Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil

Job-Sharing und Windelgeld

Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sind keine Grenzen gesetzt, mit familienfreundlichen Angeboten Fachkräfte zu binden. Zum Beispiel mit einem "Wunschdienstplan".

Im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte können familienbewusste Unternehmen punkten und sich somit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichern. Denn Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Kindern mindestens so wichtig wie das Gehalt. Das gaben 92 Prozent der Beschäftigten zwischen 25 und 39 Jahren mit Kindern unter 18 Jahren in einer Befragung durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums an. ("Familienfreundlichkeit als Erfolgsfaktor für die Rekrutierung und Bindung von Fachkräften, 2008".) Für Unternehmen bieten sich daher gute Chancen, durch aktives Werben mit familienfreundlichen Angeboten wechselbereite Fachkräfte an sich zu binden.

Ad-hoc-Kinderbetreuung, die 365 Tage im Jahr von sechs bis 22 Uhr geöffnet hat

So wie beispielsweise die Frankfurter "Fraport AG", die auch zu den Preisträgern des Unternehmenswettbewerbs "Erfolgsfaktor Familie 2008" gehört. Das Großunternehmen mit seinen 12.500 Beschäftigten hat ein Gesamtkonzept für familienfreundliche Maßnahmen entwickelt. Flexible Arbeitszeiten gehören bereits seit 1987 zum Standard, seit zwei Jahren können die Beschäftigten nach einem "Wunschdienstplan" arbeiten - vorausgesetzt, die Wünsche werden sechs Wochen im Voraus angemeldet. Auch die Kinderbetreuung ist gut gelöst – neben der Kinderkrippe gibt es eine Ad-hoc-Kinderbetreuung, die 365 Tage im Jahr von sechs bis 22 Uhr geöffnet hat. "Bei akutem Bedarf, zum Beispiel wenn sich die Arbeitszeit durch eine verspätete Landung verlängert, können dort auch Kinder aus der Kindertagesstätte nach 18 Uhr betreut werden", sagt Gudrun Müller, Leiterin des Servicecenters Soziales bei "Fraport".

Auch kleine und mittlere Unternehmen sind aktiv

Nicht nur große Unternehmen leisten Großes für ihre Angestellten. Auch ein mittelgroßes Unternehmen wie "Bau Fritz GmbH & Co.KGErkheim" kann Erfolge in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorweisen. Bereits vor zwanzig Jahren gab es dort im Unterallgäu die Möglichkeit, dass sich zwei Kolleginnen eine Stelle teilen. Heute heißt das neudeutsch "Job-Sharing". Und der Handwerksbetrieb richtete bereits vor Jahren eine betriebseigene Kindertagesstätte für Unterdreijährige ein – ein bahnbrechendes Unterfangen damals im Allgäu.
"Windelgeld" heißt hingegen eines der Zauberworte bei der "promeos GmbH" in Erlangen. Der Hersteller von Spezialbrennern leistet sich für sein Team von 30 Angestellten eine Familienbeauftragte. Für jedes neugeborene Kind gibt es für die Eltern monatlich 50 Euro zusätzlich zum Gehalt. "Damit signalisieren wir, dass uns etwas an den Beschäftigten und ihren Familien liegt", erläutert die Familienbeauftragte der Firma, Dr. Nicola Mögel. "Familienfreundliche Maßnahmen sind für das Betriebsklima sehr wichtig", betonen die beiden Geschäftsführer Dr. Norbert Dischinger und Dr. Jochen Volkert. Die beiden sind selbst mehrfache Väter und wissen aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Balance zwischen Beruf und Familie ist. Ihr Rezept: Sie setzen auf junge Eltern – aber auch auf erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Beispiele gekürzt und redaktionell bearbeitet entnommen aus dem "Arbeitsbericht zum Unternehmensprogramm Erfolgsfaktor Familie" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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