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Institut für Technik an der FH Gelsenkirchen prüft Möglichkeiten für Wiedereinsteigerinnen
Die Gesundheitswirtschaft bietet Perspektiven für Frauen, die ins Berufsleben zurückkehren wollen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen. Je besser ausgebildet die Frauen sind, desto größer sind ihre Chancen, eine qualifizierte Tätigkeit ausüben zu können.
Die Gesundheitswirtschaft ist laut Angaben des IAT der Fachhochschule Gelsenkirchen eine Wachstumsbranche: Mit bundesweit 4,6 Millionen Beschäftigten (2009) sind Beschäftigungsgewinne vor allem im Bereich Altenhilfe, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Physiotherapie zu verzeichnen. Gut 15 bis 20 Prozent ihres Personals rekrutieren die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft aus Berufs-Wiedereinsteigerinnen. Das sind in der Regel qualifizierte Fachkräfte, denen erhebliche Flexibilität abverlangt wird. Angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels könne hier eine beachtliche Reserve mobilisiert werden, so die IAT-Wissenschaftlerinnen Michaela Evans und Sandra Dörpinghaus, die das Projekt „WIEGE“ (Wiedereinsteigerinnen in der Gesundheitsbranche) betreut haben.
Seit 2000 hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Gesundheitswirtschaft um 13 Prozent zugelegt, bei Beschäftigten in Teilzeit sogar um 50 Prozent. In der Branche mit hohem Anteil weiblicher Beschäftigter (zum Beispiel Arzthelferinnen, die fast 99 Prozent in diesem Beruf ausmachen) gibt es insbesondere in der Altersgruppe der 25- bis 39-Jährigen einen „Beschäftigungsknick", so die IAT-Expertinnen. Ihren Erkenntnissen zufolge dauert der Ausstieg meist zwischen zwei bis fünf Jahre. Bei zwei Dritteln der Frauen erfolgt der Wiedereinstieg bei der alten Arbeitsstelle. Der berufliche Wiedereinstieg von „außen" ist nach Untersuchungen der beiden Wissenschaftlerinnen eher die Ausnahme. Viele Frauen halten während der Familienphase informellen Kontakt zum Arbeitsumfeld.
Wie die Untersuchung zeigt, hängen die Chancen zum Wiedereinstieg von der Ausstiegsdauer, dem konkreten Tätigkeitsfeld und dem Qualifikationsniveau ab. In spezialisierten Fachbereichen, beispielsweise der Intensivpflege, Anästhesiepflege oder im OP-Bereich, steigen die Beschäftigten aus Sorge um Entwertung ihres Fachwissens häufiger möglichst früh wieder ein. Der Wiedereinstieg erfolgt primär als „training on the job", allerdings kollidieren die für Arbeitgeber interessanten Arbeitszeiten – zum Beispiel Wochenenden und Ferien – oftmals mit den Familienzeiten. Ein qualifikations- und motivationsgerechter, belastungsreduzierter Arbeitseinsatz für Wiedereinsteigerinnen gilt zwar als gemeinsames Ziel, in der Praxis scheitern flexible Wiedereinstiegsangebote aber oft an organisatorischen Hindernissen.
Derzeit steht Facharbeit auf der Wunschliste der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ganz oben, so die Einschätzung von Michaela Evans und Sandra Dörpinghaus. Eine examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Altenpflegerin hat bessere Chancen in einem Gesundheitsberuf als Interessentinnen ohne abgeschlossene Ausbildung. Gleichwohl entstehen neue Qualifikationsstufen zwischen gesundheitsbezogener Facharbeit und Hilfstätigkeiten: unter anderem bei patienten- und bewohnernahen, aktivierenden Betreuungs- und Begleitungsdiensten, Assistenzqualifikationen oder Serviceleistungen im Bereich Dokumentation, Koordination und Beratung. Niedrigschwellige Einstiege bieten sich für Versorgungsassistentinnen, Verpflegungsassistentinnen, Patientenbegleitung, Stationssekretärinnen oder Servicekräfte für das „Patientenhotel" (Wahlleistungspatienten im Krankenhaus).
Weitere Informationen:
Die ausführliche Studie „WIEGE“ (Perspektiven für Wiedereinsteigerinnen der Gesundheitswirtschaft): http://www.iatge.de/index.php?article_id=802&clang=0
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