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Interview: Gibt es eine neue Generation von Vätern?
Frauke Greven ist Inhaberin von "Spielraum – Elternzeit&KarrierePlanung" in Köln. Sie arbeitet als unabhängige Beraterin zu den Themen Mutterschutz, Elternzeit, finanzielle Förderung, Kinderbetreuung und Karriereplanung. Im Gespräch für "Perspektive Wiedereinstieg haben wir sie nach ihren Erfahrungen mit der jetzigen Generation von Vätern befragt.
Perspektive Wiedereinstieg: Frau Greven, gibt es eine neue Väter-Generation?
Frauke Greven: Ich würde sagen, ja. Natürlich kann ich Ihnen keine gesicherten Erkenntnisse liefern, doch ich kann gerne einen Trend beschreiben, den ich seit Einführung des Elterngeldes in der Beratung erlebe.
Perspektive Wiedereinstieg: Wie sind denn die Väter, die zu Ihnen in der Beratung kommen? Könnten Sie die kurz charakterisieren?
Frauke Greven: Diese Väter unterstützen eindeutig den schnellen Wiedereinstieg der Mütter und sind bereit, Teilzeit zu arbeiten, um dauerhaft einen Anteil an der Kinderbetreuung der ganz Kleinen zu haben. Sie schätzen sehr, dass sie eine gut verdienende Frau an der Seite haben, die zum Teil auch den größeren Anteil zum Familieneinkommen liefert. Diese Väter interessieren sich für Erziehungsfragen und bedauern meist, dass es nicht auch Tagesväter gibt.
Perspektive Wiedereinstieg: Woher kommt diese Entwicklung, was glauben Sie? Wandeln sich die Rollenbilder?
Frauke Greven: Viele Väter denken durchaus noch in Ermangelung von Vorbildern, dass sie mit der Geburt des Kindes mehr arbeiten müssen, um die Familie zu ernähren. Das Elterngeld zeigt ihnen, dass sie sich auch Zeit nehmen können. Das nimmt den Druck raus. Die Bereitschaft, sich von der Rolle des Alleinernährers zu trennen, steigt, wenn die Frauen gut verdienen oder den vermeintlich besser gesicherten Job haben. Also auch hier wieder eine eher ökonomische Entscheidung.
Perspektive Wiedereinstieg: Glauben Sie, dass diese neue Väter-Generation den Wunsch von sich aus hegt, sich mehr in der Familienarbeit zu engagieren? Oder werden sie von Frauen in diese Richtung gedrängt?
Frauke Greven: Väter wollen mehr von ihren Kindern. Das ist erst einmal unabhängig von der Familienarbeit zu sehen. Dazu kommt, dass die Beziehungen heute meist symmetrisch und auf Augenhöhe starten. Viele Frauen teilen die Arbeit im Paarhaushalt und fordern das auch, wenn das Kind da ist. Bleibt dann allerdings der schnelle Wiedereinstieg für die Mutter aus, ist oft zu beobachten, dass die Frauen die Familienarbeit für sich einnehmen. Da ist dann kein Platz für den "neuen" Vater. In meiner Wahrnehmung liegt dort ein konfliktträchtiges Feld in den Beziehungen von heute.
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