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Porträts von Männern, die nicht nur Wochenend-Papas sein wollen
IT-Spezialist, Maschinenschlosser und Künstler – drei Beispiele von Männern, die nicht nur Wochenend-Papa sein wollen. Sebastian Maus, Winfried Growe, Andreas Bischoff und Ali Dericioglu haben individuelle Lösungen gefunden, sich um ihre Kinder zu kümmern.
Andreas Bischoff, Künstler aus Düsseldorf, hat sich vier Jahre lang hauptberuflich um seine beiden Töchter gekümmert, als diese klein waren. Das war vor zehn Jahren – zu einer Zeit, als dies höchst ungewöhnlich war und das Wort "Vätermonate" ein Fremdwort. "In dieser Zeit ist ein inniges Band zwischen meinen Töchtern und mir entstanden, das ich nicht mehr missen möchte", sagt er. Er ist allerdings auch weit davon entfernt, Familienarbeit zu idealisieren: "Ein Großteil der Haus- und Erziehungsarbeit ist Sisyphos-Arbeit. Jeden Morgen stapeln sich wieder die Wäscheberge, obwohl man gestern erst gewaschen hat. Permanent kämpft man einen nicht zu gewinnenden Kampf gegen das Chaos in der Wohnung. Und bis ein Kind eine Regel begreift, muss man sie oft hundertmal diskutieren", erinnert er sich. Was nichts an seinem Fazit ändert, dass es wunderbar ist, Kinder zu haben: "Diese tiefe Innigkeit, die da entsteht, ist einmalig. Man muss natürlich auch bereit sein, viel Liebe zuzulassen. Das ist nichts, was man durch andere Sachen herstellen kann." Inzwischen haben er und seine Frau (selbstständige Rechtsanwältin) die familiäre Arbeitsteilung dem Betreuungsbedarf der Töchter angepasst. Seitdem die Mädchen in die Schule gehen, teilt sich das Paar die Aufgaben partnerschaftlich.
Winfried Growe wurde sogar ausgezeichnet für sein ungewöhnliches Lebensmodell. Der 42 Jahre alte Maschinenschlosser aus einem kleinen Ort zwischen Bielefeld und Münster durfte sich 2006 "Spitzenvater des Jahres" nennen. Winfried Growe und seine Frau entschlossen sich dazu, dass er damals bei der Geburt der ersten Tochter Erziehungszeit nehmen sollte, denn sie hatte gerade die Prüfung zur Steuerberaterin abgelegt – kein guter Zeitpunkt, um aus dem Beruf auszusteigen. "Es war nicht so, dass ich mir das schon immer vorgestellt hätte. Aber ich hatte auch kein Problem damit, bei den Kindern zu bleiben. Wir sind damals im Gespräch darauf gekommen und so haben wir es denn gemacht." Inzwischen sind beide Töchter zehn und acht Jahre alt und Familie Growe hat den Alltag so organisiert, dass der Vater drei Tage pro Woche zu Hause ist und die Mutter zwei Tage. Die Töchter beziehen sich auf ihren Vater genauso selbstverständlich wie auf ihre Mutter. Ins Bett bringen, trösten – all diese substanziellen Momente im Leben eines Kindes können beide gleich gut ausfüllen.
Auf familiäre Arbeitsteilung setzen auch Sebastian Maus und seine Frau. Der IT-Spezialist sagt, dass er und seine Familie ein "erfülltes Leben" führen: "Ich kann dieses Modell nur jedem Mann empfehlen, denn ich habe beides: einen Beruf, der mich ausfüllt, und genügend Zeit für meine kleine Tochter." Er arbeitet halbtags, seine Frau auf einer vollen Stelle, nutzt jedoch die Möglichkeit von sehr flexiblen Arbeitszeiten inklusive einem Tag "Home-Office" pro Woche. "Der Beruf ist wichtig: für die sozialen Kontakte und für das Selbstbewusstsein. Wie könnte ich von meiner Frau erwarten, dass sie das aufgibt?", fragt Sebastian Maus. Dass er beruflich zurücksteht und aufgrund seiner Halbtagsbeschäftigung vielleicht langsamer Karriere macht, stört ihn nicht. Er sei nie besonders ehrgeizig gewesen, sagt er. Aber er wolle das, was er mache, richtig gut machen, mit Sachverstand. "Meine Tochter ist nur einmal so klein. Wir vergessen oft unser Leben zu genießen und Zeit mit denen zu verbringen, die wir lieben. Das ist ein Stück Lebensqualität, das einem die Karriere nicht geben kann."
Beispiele entnommen aus "Neue Wege – Porträts von Männern im Aufbruch", herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, konzipiert und redaktionell erstellt von der EAF (Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin).
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