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Artikel zu den Themen:

  • Neue Wege für neue Männer
  • Vorteile
  • Kinderbetreuung

Wenn der Partner nicht mitspielt, wird der Wiedereinstieg schwer

"Männer erwarten nicht täglich eine warme Mahlzeit"

Für Ehemänner, Lebenspartner und Kinder ändert sich einiges, wenn die Frau wieder arbeiten geht. Familien ziehen am besten mit, wenn sie eingebunden werden. Wichtig ist, dass man sich aufeinander verlassen kann.

"Berufsrückkehr ist für die meisten Frauen eng verknüpft mit der Frage nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Denn die Rückkehr in die Arbeitswelt stellt vor allem Frauen vor komplexe organisatorische Anforderungen. Damit ist die Berufsrückkehr in vielen Partnerschaften auch eine Frage der Gleichstellung." So lautet einer der zentralen Befunde der sozialwissenschaftlichen Untersuchung "Sinus Sociovision - Beruflicher Wiedereinstieg nach der Familiengründung" im Jahre 2007.

"Umbruchphase für die ganze Familie"

Frauen, die sich für die Berufsrückkehr entscheiden, erleben das laut der Studie als eine "Umbruchphase für die ganze Familie". Es ist nicht etwa ein Schritt, sondern ein "Hindernislauf über mehrere Jahre", denn die Frauen begreifen ihren Alltag zwischen Beruf und Familie als "Jonglage": Beruf und Familie sind jeweils allein schon komplex genug und brauchen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, Flexibilität und Organisation. Die Frage, inwieweit Männer ihre Partnerin bei der Rückkehr moralisch und praktisch unterstützen, wird höchst individuell beantwortet.
Es gibt Männer, die ihre eigene Arbeitszeit reduzieren, damit die Familienorganisation nicht allein auf den Schultern der Frau liegt. Laut dem oben genannten Forschungsbericht sind allerdings bis auf wenige Ausnahmen kaum Männer bereit, ihre eigene Vollzeitbeschäftigung auf ein geringeres Stundenkontingent zu reduzieren. "Das ist ja auch nicht nötig und wird auch nicht von den Frauen gefordert", sagt Frauke Greven. Die Inhaberin von "Spielraum – Elternzeit&KarrierePlanung" in Köln arbeitet als unabhängige Beraterin für (werdende) Mütter und Väter. "Wichtig ist, dass Partner sich in der neuen Lebenssituation aufeinander verlassen können und sich gegenseitig motivieren", sagt sie.

"Mir reichen 80 Prozent Engagement im Haushalt"

Sie hat beobachtet, dass es viele Männer gibt, die ihre Frauen unterstützen. "Und das ist wichtig, das muss zu hundert Prozent geschehen. Zum Beispiel, wenn sie sagen: Bislang warst du tausendprozentig im Haushalt, es reicht mir auch, wenn du nur 80 Prozent machst", sagt sie. Wenn Frauen mit dem Wiedereinstiegswunsch zu ihr in die Beratung kommen, rät sie ihnen, "ihre Hausaufgaben zu machen". "Sie müssen die Familie über ihre Pläne informieren und einbeziehen", sagt Frauke Greven. "Also auch mit den Kindern sprechen – ohne überzubewerten, was sie sagen, denn natürlich wollen die im ersten Impuls, dass die Mama ganz für sie da ist."

Ähnliche Tipps gibt auch Angelika Mundt von der Frauenberatungsstelle "Raupe und Schmetterling" in Berlin. Sie bestätigt den Eindruck, dass es sehr unterschiedlich ausfallen kann, wie die Ehemänner oder Lebenspartner reagieren. "Es gibt die totale Ablehnung, weil man denkt, man kommt selbst zu kurz. Und es gibt die volle Unterstützung, wo der Mann die Bewerbung seiner Frau am Laptop gestaltet. Und natürlich sämtliche Grautöne dazwischen", sagt Angelika Mundt.

"Der Gedanke ans Geld motiviert Totalverweigerer"

Beide Beraterinnen haben auch beobachtet, dass es nicht unbedingt die Männer sind, die dem Wiedereinstieg ihrer Frauen kritisch gegenüber stehen. Nach Erfahrung von Frauke Greven ist es häufig nicht so, dass die Männer am Abend eine warme Mahlzeit erwarten. "Die Frauen, die bislang ihre Hausarbeit und ihre Familienarbeit als Hauptjob angesehen haben, müssen auch loslassen können", rät sie. Und die "Totalverweigerer", wie motiviert man die? "Am besten übers Geld", lacht Frauke Greven. "Wenn man ihnen signalisiert, wir können unseren Lebensstandard steigern, wir leisten uns bald ein neues Auto."

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