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Studie zum Berufswiedereinstieg
Der Wille ist auf beiden Seiten da: Viele Ingenieurinnen wollen nach der Familienpause zurück in den Beruf. Und auch viele Unternehmen erkennen verstärkt das Potenzial bereits vorhandener Arbeitskräfte.
Handlungsbedarf besteht jedoch bei der Umsetzung flexibler Arbeitszeitmodelle und dem Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Das zeigt eine Studie der Technischen Universität München, die das baden-württembergische Wirtschaftsministerium und seine Kooperationspartner in Auftrag gegeben haben.
Ein Forscherteam des Fachgebiets Gender Studies in Ingenieurwissenschaften befragte 39 Frauen zu den Gründen für ihren Berufsausstieg oder Nicht-Eintritt und 74 Unternehmen zu den Wiedereinstiegsmöglichkeiten von Ingenieurinnen. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse formulierten die Forscherinnen und Forscher dann konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft und für die Frauen selbst.
Hauptursache für den nicht erfolgten Wiedereinstieg sind nach Angaben der befragten Frauen fehlende Möglichkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren. Deswegen wünschen sich die Ingenieurinnen vor allem Verbesserungen der Kinderbetreuung und flexiblere Arbeitsmodelle von Politik und Wirtschaft. Einen weiteren Grund sehen die Befragten in der strikten Trennung von Berufs- und Privatleben, die in der Unternehmenskultur immer noch stark verankert ist. Insbesondere für Berufsrückkehrerinnen sei es schwierig, unter den gleichen Bedingungen zu arbeiten wie vor dem Ausstieg, so der Tenor.
Die befragten Unternehmen hingegen bekunden zwar mehrheitlich ihr grundsätzliches Interesse an Wiedereinsteigerinnen aus dem Ingenieurberuf, allerdings knüpfen sie an diese Einstellung bestimmte Voraussetzungen. So solle die Abwesenheit aus dem Beruf nicht länger als fünf Jahre dauern und die Bereitschaft, sich berufs- und funktionsbezogen weiterzubilden wird ebenso erwartet wie zeitliche Flexibilität. Diese Forderung nach vollem Einsatz in einer immer noch männlich geprägten Organisation in den Unternehmen erschwert den Wiedereinstieg für Frauen mit Familie deutlich.
Die Handlungsempfehlungen, die das Forscherteam aus diesen Ergebnissen ableitet, beinhalten konkrete personalpolitische Maßnahmen, darunter die Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle, die Durchführung von Mentoring- und Coaching-Programmen sowie verbindliche Wiedereinstiegsvereinbarungen, die die speziellen Bedingungen von wiedereinstiegswilligen Ingenieurinnen berücksichtigen.
Weitere Informationen:
Professorin Dr. Susanne Ihsen
Technische Universität München
Fachgebiet Gender Studies in Ingenieurwissenschaften
E-Mail: ihsen@tum.de
Internet: www.lte.ei.tum.de/gender/
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