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Arbeitszeitmodelle bieten Spielraum
Starre Arbeitszeiten wie noch in den Sechziger Jahren gibt es heute zwar auch noch – doch in weit geringerem Maße als früher. Man denke nur an die Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Arbeitseinsatz bis 20 Uhr fordern, manchmal sogar sonntags. Auch starre Teilzeitmodelle gibt es kaum noch.
Flexible Arbeitszeiten, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern, sind ein zentrales Instrument einer familienorientierten Personalpolitik. 90 Prozent der Frauen und Männer halten flexible Arbeitszeiten für die wichtigste Maßnahme, um wieder in den Beruf zurückkehren zu können (Studie "Kinderwünsche in Deutschland", 2006, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Robert Bosch Stiftung). Laut dem Familienmonitor 2006 (BMFSFJ) hat die Wirtschaft bereits auf diese Wünsche reagiert; mehr als 70 Prozent der Unternehmen bieten eine Form von individueller Einteilung an. Grundsätzlich stehen bei einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung weniger die Anwesenheit als vielmehr Arbeitsergebnisse im Vordergrund. Statt einer Zeitkontrollkultur ist eine Vertrauenskultur aufzubauen, die zu einer effizienten Arbeitsorganisation und mehr Selbstverantwortung beiträgt. Selbstverantwortung wiederum ist ein Stichwort, das in jeder Studie zur Mitarbeiterzufriedenheit auftaucht – je selbstverantwortlicher jemand arbeitet, desto zufriedener ist dieser Mensch.
Dieses flexible Arbeitszeitmodell ermöglicht den Beschäftigten, innerhalb eines vorgegebenen Rahmens und in Absprache mit den Vorgesetzten und den Kolleginnen und Kollegen ihre tägliche Arbeitszeit selbst festzulegen. Die formale Regelung der Gleitzeit beinhaltet meistens eine Kernzeit, beispielsweise von neun bis 15 Uhr, in der alle Beschäftigten anwesend sein müssen.
Die Variante der Gleitzeit "variable Arbeitszeit" sieht nicht einmal die Kernzeit vor und bietet eine noch höhere zeitliche Flexibilität. Dieses Modell überlässt die Verteilung der Arbeitsstunden den Beschäftigten selbst – so lange eine vereinbarte Wochenarbeitszeit eingehalten wird, steht es ihnen frei, ihre Arbeitsstunden in Abstimmung mit den Kolleginnen und Kollegen und unter Berücksichtigung der Unternehmensbedürfnisse flexibel zu gestalten.
Bislang gilt das Teilzeit-Modell als das klassische Arbeitszeitmodell einer Wiedereinsteigerin, da ein Teilzeitarbeitsplatz sich meist am besten mit Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen vereinbaren lässt und so einen relativ sanften Einstieg in die Berufstätigkeit ermöglicht. Bislang war es meist ein klassischer Halbtagsjob am Vormittag, doch Teilzeit bedeutet eigentlich nur, dass jemand keine volle Stelle ausfüllt. Das können zehn oder zwölf oder aber auch 30 Wochenstunden sein – letzteres ist ja schon fast eine volle Stelle. Viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bieten einen tage- oder blockweisen Einsatz an. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass jemand, der Führungsaufgaben oder andere verantwortliche Tätigkeiten übernimmt, eine höhere Wochenstundenzahl arbeiten muss – in zwölf Stunden in der Woche ist kaum etwas zu schaffen. Die 30-Stunden-pro-Woche-Variante ermöglicht verantwortungsvolle Aufgaben – zum Beispiel mit dem Arbeitszeitmodell Vier-Tage-Woche ganztags, ein Tag pro Woche frei.
Noch unbekannt, aber durchaus reizvoll: Das Jahresarbeitszeitmodell sieht vor, dass eine festgelegte Anzahl von Arbeitszeitstunden im Laufe eines Jahres zu leisten ist – sei es in Teilzeit, sei es in Vollzeit. Die Beschäftigten sammeln über einen längeren Zeitraum Überstunden an und gleichen sie im Block durch Freizeit aus. Umgekehrt ist es auch möglich, Minusstunden anzusammeln, die im Laufe des Jahres durch Mehrarbeit ausgeglichen werden müssen.
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