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Es ist normal, dass Probleme auftauchen
Michaela Arlinghaus arbeitet als Journalistin mit den Schwerpunktthemen Kommunikation und Beruf und ist als Coach spezialisiert auf Krisen- und Konfliktsituationen und Veränderungsprozesse. Sie begleitet viele Frauen bei ihrem beruflichen Wiedereinstieg und hat einige Ideen, wie Sie Ihre Familie überzeugen können, wenn Sie wieder arbeiten gehen wollen.
„Ich habe erlebt, dass manche Frauen es eher mit sich selbst ausmachen, wenn sie eine Arbeit neben ihren Familienpflichten suchen“, sagt Michaela Arlinghaus. „In einer langen Familienphase kann eine Frau viel von ihrer Selbstsicherheit verlieren und einst erworbene berufliche Kompetenzen geraten völlig in den Hintergrund. Von daher setzt sie sich zunächst in einem längeren Prozess mit dem Gedanken an den Job auseinander. Es ist eher so, dass sie mal hier etwas lesen, mal da mit einer Freundin reden, dann zufällig was in der Zeitung sehen, mal kurz anrufen und dann plötzlich zum nächsten Ersten arbeiten sollen. Dann kann es natürlich passieren, dass sich die Familie weigert, bei dieser für sie überraschenden Situation mitzuspielen.“
Besser ist es hingegen, wenn Mütter, die wieder arbeiten gehen wollen, frühzeitig mit allen Familienmitgliedern über ihre Pläne sprechen, um sie daran zu gewöhnen. „Allerdings kann ich auch aus Erfahrung sagen, dass viele Widerstände, die Frauen befürchten, wenn sie wieder arbeiten gehen wollen, nicht eintreten“, bestätigt Michaela Arlinghaus. Vielleicht müssen Sie sich von Ihrem Perfektionsdrang verabschieden und mal Fünfe gerade sein lassen und zulassen, dass Mann und Kinder die Haushaltspflichten nicht ganz so perfektionistisch wie Sie selbst ausführen – seien Sie gewiss, die Welt wird sich trotzdem weiterdrehen."
Auch, wenn die Familie meutert. Michaela Arlinghaus hat beobachtet, dass gerade in der ersten Zeit, in der Frauen wieder im Beruf stehen, „jede Kleinigkeit trifft“. Wenn dann behauptet wird, dass seitdem die Mama wieder arbeitet, kein Ketchup mehr im Haus ist, nehmen die Frauen sich diese Vorwürfe sehr zu Herzen: „Dann muss man das eigene Rollenverständnis überprüfen“, rät Michaela Arlinghaus. „Wie sehen Sie sich selbst? Als Ketchup-Lieferantin? Oder haben Sie eigene Ziele, die Sie im Beruf verwirklichen wollen? Und dann müssen Sie auch Kritik oder Unmut aushalten können.“
Was können Frauen tun, wenn ihre Familien sich sperren? Wenn der Mann sich partout weigert, auch mal den Müll runterzutragen und wenn die Kinder die neue Lebenssituation mit einer Mama im Beruf als belastend empfinden? Michaela Arlinghaus sagt sehr deutlich: „Wenn ein Mann gar nicht möchte, dass seine Frau wieder arbeitet, ist es kaum zu schaffen. Er kann sich stur stellen und alle Bemühungen torpedieren. Aber das erlebe ich selten. Lassen Sie uns auf die positiven Seiten schauen: Für einen Mann kann es entlastend sein, wenn die Frau auch gutes Geld verdient. Es kann ihm den Druck nehmen, allein verantwortlich zu sein als Ernährer der Familie. Das Paar kann sich beruflich austauschen, die Frau hat, wenn sie selbst wieder in der Arbeitswelt aktiv ist, vielleicht mehr Verständnis für seine Krisen im Job. Für die Beziehung ist es eine Bereicherung, wenn die Frau erfolgreich im Beruf und damit zufriedener ist.“
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